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Benötigte Helligkeit

Bei der Wahl der richtigen LED-Komponenten für Ihre indirekte Beleuchtung stellt sich zuerst die Frage nach der benötigten Helligkeit. Diese wird bei LED-Streifen in Lumen pro Meter (lm/m) angegeben und bezeichnet die Lichtleistung, die der LED-Streifen insgesamt abstrahlt.

Soll die indirekte Beleuchtung den gesamten Raum mit Licht fluten und so als Hauptbeleuchtung dienen oder soll sie eher als hochwertiger Akzent fungieren und andere, stärkere Lichtquelle nur unterstützen? Bei Akzentanwendungen im Innenbereich können Sie einfachere LED-Streifen mit 500lm/m oder noch weniger einsetzen.

 

EmpFehlungen für Hauptbeleuchtungen

Schwieriger wird es bei einer Hauptbeleuchtung. Für Arbeitsstätten gibt es konkrete Richtwerte. Für ein Büro sind laut DIN 12464 Teil 1 z.B. min. 300 Lux gefordert, am Schreibtisch sogar 500 Lux, wobei Lux die Lichtmenge ist, die am Objekt auftrifft. Also z.B. am Schreibtisch. Man kann diese DIN-Angaben auch für Wohnräume anwenden und ist damit in jedem Fall auf der sicheren Seite.

 

Reale Helligkeitswerte in typischen Wohnräumen

Letztlich ist die als angenehm empfundene Helligkeit in einem Raum eine sehr subjektive Sache und viele aktuellen Wohnraumbeleuchtungen werden z.B. deutlich unter 300 Lux beleuchtet sein. Die nachfolgende Simulation zeigt z.B. einen 20qm großen Raum, der mit einer einfachen Hängeleuchte mit 60W Glühlicht beleuchtet ist. Es werden max. 30 Lux im Raum erreicht. Also nur ein Zehntel der laut DIN empfohlenen 300 Lux! Die Lichtverteilung ist zudem sehr ungleichmäßig und erreicht in den Ecken keine 10 Lux mehr. Das menschliche Auge ist sehr anpassungsfähig und kann selbst bei Helligkeiten von nur 2 Lux (Straßenbeleuchtung) noch ausreichend sehen. Das beste Sehvermögen und damit auch die wenigste Beeinträchtigung für die Augen wird aber nur bei deutlich höheren Lux-Werten erreicht.

Simulation in einem 20qm-Raum mit mittig positionierter 60W Glühlampe.

 

Die folgenden Beispiele beziehen sich auf eine min. Beleuchtungsstärke von 200 Lux. Dieser Wert ist nach Erfahrung für 95% aller Anwendungen im Wohnbereich absolut ausreichend. Da alle LED-Streifen dimmbar sind, ist die Einstellung geringerer Helligkeiten immer möglich.

 

Wie viel Lumen ergeben am Ende nun 200 Lux und welche LED-Streifen müssen gewählt werden?

Die Anforderung an die Helligkeit LED-Streifen hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Größe und Höhe des Raumes
  • Reflektionseigenschaften von Zimmerdecke und Wänden
  • Position und Ausrichtung der LED-Streifen

 

Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Simulation in einem 20m² (4x5M) großen Raum

In der Simulation sind die LED-Streifen auf der mittigen Abhängung mit umlaufend 50cm Abstand zur Wand montiert. Die Streifen sind nach oben zur Decke ausgerichtet und haben 1.800lm/m. Insgesamt sind 14m verbaut. Decke und Wände sind in typischer, heller Tönung (70-80% Reflektionsgrad) gehalten. Es werden, bis auf einen schmalen Streifen in der Mitte des Raumes, die gewünschten 200 Lux erreicht. Durch andere Ausrichtung der LED-Streifen (z.B. 45°) lässt sich die Lichtverteilung im Raum weiter optimieren. Mehr dazu unter unseren Montage-Hinweisen.

 

Beispiel 2: Simulation in einem 30m² (5x6m) großen Raum

Die Anordnung ist wie in Beispiel 1. 50cm Abstand zum Rand umlaufend, LED-Streifen mit 1.800lm/m nach oben zur Decke ausgerichtet. Insgesamt sind 18m verbaut. Durch die größere Raumfläche nimmt die Helligkeit zur Raummitte hin spürbar ab. Es werden hier auch keine 200 Lux mehr erreicht. Möchten Sie diesem Effekt entgegen wirken, können Sie die LED-Streifen z.B. in einem 45°-Winkel zu Decke und Wand ausrichten (mit einem 45°-Eckprofil) oder komplett zur Seite Richtung Wand leuchten lassen. Die Lichtverteilung wird dadurch im Raum verbessert. Mehr dazu unter unseren Montage-Hinweisen.

 

Beispiel 3: Simulation in einem 100m² (10x10m) großen Raum

Eine homogene Ausleuchtung eines derart großen Raumes mit nur einem Deckenelement ist schwierig. Der Abstand zu den Wänden muss deutlich vergrößert werden. Hier 1,50m, was eine Länge der LED-Streifen von 28m bedeutet. Auch mit 45°-Ausrichtung der LED-Streifen ist keine komplett homogene Beleuchtung mehr erreichbar und die gewünschten 200 Lux werden deutlich unterschritten. Durch den weiten Abstand zur Wand wird zudem das obere Drittel der Wände schon sehr stark angestrahlt. Eine komplett seitliche Orientierung der LED-Streifen würde noch größere Teile der Wände bestrahlen, was oftmals nicht in dem Umfang akzeptiert wird.

Besser ist es daher bei großen Räumen mit mehreren Deckenelementen zu arbeiten.

Hier sind 2 Panele mit 8x3m in 1m Abstand zu den Wänden angeordnet. Es ergeben sich insgesamt 44m LED-Streifen. Die Helligkeit im Raum wird dadurch gleichmäßig verteilt und erreicht auch wieder die gewünschten 200 Lux.

Beispiel 4: Simulation in einem langen Flur oder Korridor (10x2m)

Das Deckenpanel ist hier 1m breit und 9m lang. Es ergeben sich 20m LED-Streifen mit 1.800lm/m. Sowohl 45°-Ausrichtung der LED-Streifen als auch mit komplett seitlicher Ausrichtung auf die Wände ergeben nahezu gleiche Lichtverteilungen mit etwa 200 Lux. Bei nach oben gerichteten LED-Streifen würde die Helligkeit im Raum auf 150 Lux sinken.

 

Allgemeine hinweise

Benötigen Sie definitiv keine 200 Lux, sondern z.B. nur 100 Lux, können Sie die benötigte Helligkeit der LED-Streifen um den selben Faktor verringern. Also z.B. anstatt 1.800lm/m, wie hier empfohlen, dann nur 900lm/m.

Da die indirekte Beleuchtung immer über Wände und Decken reflektiert wird, ist die Reflektionsfähigkeit der Wand- und Deckenflächen eine sehr entscheidende Komponente. Eine weiße Wand wird wesentlich mehr Licht zurück reflektieren als eine hellgraue oder gar dunkelgraue. Sind Wände oder Decken farbig gestaltet, wird das natürlich auch die Lichtfarbe beeinflussen.

 

Beispielwerte für Reflektionswerte

Reflektionseigenschaften verschiedener Materialien haben wir Ihnen hier zusammengestellt. Mit diesen Angaben können Sie ihre benötigte Helligkeit ermitteln:

  • weiße Farbe, Putz, Gips: 70-85%
  • hellgelb & beige: 60-70%
  • hellgrau: 40-50%
  • mittelgrau: 25-35%
  • dunkelgrau: 10-20%
  • Sichtbeton: 30-50%
  • rote Ziegel: 10-20%
  • helles Holz: 40-60%